Der Neubau der Theorie
von Lothar Rohling

Einleitend geben wir die Fassung von Sommerfeld [23] wieder, welche in dichter und kompakter Form Inhalt und Umfeld des zweiten Hauptsatzes schärfer faßt als in der Planckschen Form:

§ 6. Der zweite Hauptsatz

Um zum Kernpunkt der Thermodynamik zu gelangen, folgen wir dem klassischen Wege, der von Sadi Carnot 1824 angebahnt, von Rudolf Clausius ab 1850 und William Thomson ab 1851 beschritten worden ist. Der Titel der Carnotschen Arbeit "Réflexions sur la puissance motrice du feu et les moyens propres à la développer" deutet den historischen Zusammenhang der Thermodynamik mit der Entwicklung der Dampfmaschine an. Carnot ließ sich in dieser Arbeit von der hydraulischen Analogie leiten: So wie das Wasser beim Übergang von einem höheren zu einem tieferen Niveau Arbeit leisten kann, sollte der Wärmestoff beim Übergang von einer höheren zur tieferen Temperatur arbeitsfähig sein. Diese Analogie ist natürlich hinfällig, weil es keinen unzerstörbaren Wärmestoff gibt.

Trotzdem sind die Carnotschen Gedankengänge von unvergänglichem Wert und für die erst 25 Jahre später erfolgte Entdeckung des zweiten Hauptsatzes wesentlich geworden.

Wir formulieren den zweiten Hauptsatz axiomatisch, wie wir es beim ersten Hauptsatz in � 4 (und beim "Nullten" in � 1) getan haben:

Jedes thermodynamische System besitzt eine Zustandsgröße, Entropie genannt. Man berechnet sie, indem man das System aus einem willkürlich gewählten Anfangszustand in den jeweiligen Zustand des Systems durch eine Folge von Gleichgewichtszuständen überführt, die hierbei schrittweise zugeführte Wärme dQ bestimmt, letztere durch die erst bei dieser Gelegenheit zu definierende "absolute Temperatur" T dividiert und sämtliche Quotienten summiert.

(Erster Teil des zweiten Hauptsatzes)

Bei den wirklichen (nicht ideellen) Vorgängen nimmt die Entropie eines nach außen abgeschlossenen Systems zu.

(Zweiter Teil des zweiten Hauptsatzes)

Wir bemerken ausdrücklich: erst der zweite Teil des zweiten Hauptsatzes zeichnet eine Zeitrichtung aus gegenüber der entgegengesetzten.

Wenn es sich im folgenden um einen "Beweis" dieses Satzes handeln wird, so kann darunter nur verstanden werden: Zurückführung auf einfachere, scheinbar selbstverständliche, aber im Grunde unbeweisbare Voraussetzungen. Als einfachste derselben bietet sich die folgende dar:

Wärme kann nicht von selbst aus einem niederen zu einem höheren Temperaturniveau übergehen (Clausius). Der Sinn der Worte "von selbst" muß dabei aber genau festgelegt werden, nämlich dahin, daß außerhalb der am Wärmeübergang beteiligten Körper keine mit dem Wärmeübergang zusammenhängende Veränderungen irgendwelcher Art zurückbleiben dürfen. Äquivalent mit dem Clausiusschen Postulat ist das Kelvinsche:

Es ist unmöglich, fortlaufend Arbeit zu erzeugen durch bloße Abkühlung eines einzelnen Körpers unter die Temperatur des kältesten Teils seiner Umgebung.

Andernfalls könnte man nämlich die gewonnene Arbeit auf einem höheren Temperaturniveau, z.B. durch Reibung, in Wärme verwandeln und auf diese Weise die betreffende Wärmemenge auf höhere Temperatur bringen. Ostwald hat diesem Prinzip die heute übliche Fassung gegeben:

Es ist unmöglich, "ein perpetuum mobile zweiter Art" zu konstruieren, d.h. eine periodisch funktionierende Maschine, die weiter nichts bewirkt als Hebung einer Last und Abkühlung eines Wärmereservoires). (Der erste Hauptsatz verbietet bekanntlich das "perpetuum mobile erster Art.)"

Wichtig dabei ist, daß sich hier die Schlüsselrolle der Entropie in der Fassung des II. Hauptsatzes niederschlägt.

Nach Auffassung des Verfassers ist dieser abstrakte und schwer verständliche Begriff, der in der Geschichte der Physik bis heute auch mit fast pseudoreligiösen Inhalten befrachtet wurde und wird (Wärmetod, irreversibler Trend sowie Beweis für den "Pfeil der Zeit"), eine reine Stoffkonstante, welche die auf die absolute Temperatur bezogene Fähigkeit, kinetische Energie (Wärme) in ihren vielfältigen Arten (Translation, Rotation, Vibration, Verdunsten/Kondensieren, Erstarren/Schmelzen oder Sublimation) zu speichern, zahlenmäßig ausdrückt.

Für praktische Betrachtungen kommt neben dem Fehler, daß die Entropie lediglich als Summenentropie der verschiedenen Wärmearten angewendet wird, hinzu, daß diese auf eine willkürliche Temperatur und nicht auf den absoluten Nullpunkt der Temperatur bezogen wird, was natürlich wegen der Problematik des III. HS (Nernst'sches Theorem) praktisch nicht einfach ist.

Zum besseren Verständnis und um den Hintergrund zu durchleuchten, seien hier einige Thesen des Verfassers, die im Fortgang der Arbeit noch jeweils zu beweisen und zu interpretieren und auch eine Aufgabenstellung sowie vorweggenommene Teillösung sind, genannt.

These I Das Ergebnis muß und wird eine reversible und vektorielle Thermo- oder besser Hydrothermodynamik sein.
These II Von den verschiedenen Wärmearten ist nur die der Translation im Raum oder, schärfer formuliert, die Summe der Translationsvektoren mal Stoßzahl in der Wirkungsrichtung unmittelbar "maschinenwirksam" durch Druck- und Volumenänderungen. Die anderen Wärmearten sind nur mittelbar über den Wärmeaustausch bei Temperaturabsenkung mit der Translationswärme, oder als Ballast- und Pufferwärme bei Wärmezufuhr von Bedeutung.
These III Der "Allgemeine Gaszustand (AG)" eines Teilchenensembles mit konstanter Teilchenzahl, ausgeglichener gleicher Temperatur und Dichte bei konstantem Druck ist ein sehr "spezieller" und "besonderer" Gaszustand. Der eigentliche "Allgemeine Gaszustand" kann nur der eines Gases mit überlagerter gerichteter Geschwindigkeit (Strömung) im trägen und schweren Potential mit einem davon abhängigen "Temperaturfeld" sein, wobei sich die Teilchenzahl bei Überschreiten der Phasengrenzen ändern kann. Der o.g. AG ergibt sich daraus nur als Sonderfall.
These IV Eine neue und richtige kinetische Theorie wird sowohl die dynamische Erklärung für die Planck - Boltzmann - Konstante k sowie damit für die allg. Gaskonstante Ro als Sekundärkonstante liefern, unhaltbare Widersprüche, Ausnahmen und "Dämone" sowie Phänomene beseitigen und offen bzw. erweiterungsfähig sein für beliebige reale und verfeinerte Annahmen anstelle der bisherigen idealisierten Voraussetzungen, auch als eine erweiterte van der Waalssche Betrachtung realer Gase und Dämpfe.
These V Die Irreversibilität der "Entropie" wird nicht naturgesetzlich und zwangsläufig, sondern nur noch als restliche und reale Unvollkommenheit bei der Erprobung der neuen Maschinen eine Rolle spielen.
These VI Das Perpetuum Mobile II ist möglich und existiert bereits in verschiedenen Naturphänomenen, allerdings unter Mißachtung bzw. differenzierter Klarstellung gewisser Einschränkungen bzw. Randbedingungen des II. Hauptsatzes wie "zyklisch arbeitende Maschine", "abgeschlossenes System", "ideales Gas", "von selbst" etc. Der II. Hauptsatz kann evtl. durch solche Einschränkungen erhalten bleiben, verliert aber seine dogmatische Bedeutung.
These VII Die Schallgeschwindigkeit in Gasen findet durch die neue Theorie eine bessere, plausiblere Erklärung.
These VIII Einige halbempirische Beziehungen in der Hydrodynamik (Grenzschichttheorie) finden eine bessere Erklärung durch die neue Theorie.
These IX Die neue Theorie öffnet den Weg für eine allgemeine Wirbeltheorie und Wirbelmechanik mit ihren seltsamen Gesetzen und wird als Verwandte der Wellentheorie sowie als eigenständiger Korpuskel, Quant, Brücken schlagen zu anderen physikalischen bzw. wissenschaftlichen Fakultäten und Widersprüche aufheben. Die Ähnlichkeitstheorie [23] (historisch elektromagnetischer Wirbel → hydrodynamischer Wirbel gem. Helmholtz) eröffnet breite neue Möglichkeiten und Ansätze, auch die Einheit zwischen der klassischen Physik und der "Synergetik" betreffend.
These X Der Begriff und die Beurteilung der Reversibilität / Irreversibilität darf nicht nur statisch, sondern muß auch dynamisch als Änderung in der Zeit enger und schärfer gefaßt werden.
These XI Die Energie wird als skalare Größe (Betrag) behandelt. Die historische Begründung ist letztlich die Thermodynamik, insbesondere der II. HS. Richtig ist, daß die Stoßzahl bzw. die Frequenz (f) eine skalare Größe ist. Der Gesamtimpuls anteilig als Vektor in Wirkungsrichtung x Frequenz x Teilchenzahl N pro Flächeneinheit bestimmt den Druck p. Damit wird E = I x f/A, womit auch eine grundsätzliche Beziehung zwischen dem Impulssatz und dem I. HS in merkwürdiger Ähnlichkeit mit E = f x h der Quantentheorie gegeben ist.

Um nicht mißverstanden zu werden: Der Verfasser behauptet nicht, alle Punkte und Thesen voll ausschöpfen, experimentell beweisen und vollenden zu können, sondern betrachtet diese als Leitfaden und unübliche Denkweise, die zu neuen Ergebnissen führen kann, auch wenn sich einige Thesen als unrichtig oder unlösbar erweisen sollten, sozusagen als Anregung und Bitte um Kooperation bei einer schönen und schwierigen Aufgabe, für "neue Fragestellungen an die Natur", wie Ilya Prigogine [24] schreibt.

Wir beginnen mit der Entropie:

Eine "Ordnungskoordinate" ist der kinetische Mechanismus Translation (trans), Rotation (rot), Vibration (vib), Verdunstung ⇔ Kondensation (r), Schmelzen ⇔ Erstarren (f), oder beides zusammengefaßt als Sublimation (sub).

Die zweite "Ordnungskoordinate" ist die spezifische Entropie (s) oder die Systementropie (S), sofern relevant auch als Vektor (s) bzw. (S) dargestellt und jeweils auch für Gas- Dampf- Gemische als (sM) bzw. (SM) definiert.

Die dritte "Ordnungskoordinate" ist der Bezug dieser Größe auf das Gewicht (G) wie üblich, aber auch auf das Volumen (V), was für Gas- Dampf- Gemische mit Wärmeaustausch sehr zweckmäßig ist, sowie auf das "einzelne thermodynamische Teilchen (N)", welches ein Atom, aber auch ein Staubkorn sein kann.

Das "Ausscheiden" gewisser, physikalisch sinnloser oder praktisch unzweckmäßiger "Entropiearten" ergibt sich beim Fortgang der Arbeit.

Bild 1 zeigt die schematische Gliederung.

Eine sehr kompakte Zusammenstellung und Begründung für die erste Ordnungskoordinate findet man in [25]. Formal findet man: 5 x 8 x 3 = 120 "Entropiearten" in den Schubladen von Bild 1. Wir leiten daraus Tab. 1 bis 5 ab:


Tabelle im Groß-Format anzeigen

Tab. 1:

Die 24 Translationsentropien in Tab. 1 sind natürlich nicht alle physikalisch sinnvoll. Die auf ein thermodynamisches Teilchen bezogenen spezifischen Entropiearten s MNtrans und s MNtrans sind, da bei einem Gemisch verschiedene Teilchenarten vorhanden sind, unsinnig und müssen eliminiert werden.

Nicht so bei:

Zu diesem Zeitpunkt und an diesem Ort kann noch nicht entschieden werden, inwieweit das vektorielle Spiegelbild sinnvoll und zweckmäßig ist. Dies kann erst geschehen, wenn die Ergebnisse der neuen kinetischen Theorie vorliegen. Das Ergebnis kann auch so aussehen, daß der Vektorpfeil besser einem neuen bzw. erweiterten Temperaturbegriff zugeordnet werden muß bzw. zugeordnet werden kann.

Mit diesem Vorbehalt lassen wir die "Vektorentropie" vorerst stehen, denn streichen kann man diese immer noch. Siehe dazu Tab. 1a.

Tab. 2:

Tab. 2 zeigt die 24 Rotationsentropien. Diese sind nicht unmittelbar "maschinenwirksam", sondern nur mittelbar über den Temperaturausgleich ("Nullter Hauptsatz" [26]) zwischen den "Freiheitsgraden" als Ballast- bzw. Pufferwärme. Sie tragen nichts zum Druck des Teilchenensembles bei.

Natürlich handelt es sich hierbei um "Tensoren", deren eine Drehachse und Drehrichtung im Raume in die Drehimpulskomponenten Jxy + Jyz + Jzx aufgeteilt werden kann.

Die gewichts- und volumenbezogenen Versionen sind eigentlich nur wegen der Einheitlichkeit für die Behandlung nach den mathematischen Regeln zweckmäßig. Physikalisch zweckmäßig sind lediglich die teilchenbezogenen Versionen. Ansonsten gilt auch hierfür das zu Tab.1 gesagte. Siehe dazu Tab. 2a.

Tab. 3:

Hierfür gilt das zu Tab. 2 gesagte, nur daß für die Drehimpulskomponenten der Begriff der Schwingungsebene im Raum gesetzt werden muß. Siehe dazu Tab. 3a

Tab. 4:

Auch hier handelt es sich um Ballast- und Pufferwärme, die nicht unmittelbar "maschinenwirksam" ist, doch ist diese wichtig bei phasenwandelnden bzw. Phasengrenzen überschreitenden Prozessen mit einem besonderen kinetischen Mechanismus für die Wärmeübertragung auf die Translation und insbesondere durch ihren großen Wärmeanteil, der dabei frei werden kann.

Unter Mißachtung des Zeitverlaufs ist zwar Kondensation-Verdunstung grundsätzlich reversibel, aber nicht zwangsläufig, wenn man nämlich die Kondensationsgeschwindigkeit mit der Verdunstungsgeschwindigkeit vergleicht. Die Kondensationsgeschwindigkeit ist wesentlich größer als die Verdunstungsgeschwindigkeit [27], was letztlich an der Konzentration der Flüssigkeitsmoleküle auf kleine Volumina und der damit verbundenen geminderten Gesamtwechselwirkung im Raum zurückzuführen ist.

Bereits hierdurch ist eine Irreversibilität mit anderen Vorzeichen möglich.

Hinzu kommt, daß es technisch möglich ist, das Kondensat durch sein wesentlich höheres spezifisches Gewicht rechtzeitig aus dem Prozeß ganz oder teilweise zu entfernen, nämlich entweder durch ein schweres (Regen) oder durch ein träges Potential (Fliehkraft, Wirbel), wodurch die erneute Verdunstung absolut vermindert werden kann, wobei man die Kondensation durch Kondensationskern - Injektion beeinflussen kann.

Hierbei finden sehr große Änderungen der Entropien in einem sehr kleinen Temperaturbereich statt. Eine vektorielle Betrachtung erscheint hier unnötig, wenn man die Betrachtung der Phasenänderung an der Flüssigkeitsoberfläche unterläßt. Auch hier ist sMNf physikalisch sinnlos. Siehe hierzu Tab. 4a

Tab. 5

Hierbei gilt grundsätzlich das gleiche wie das bei Tab.4 gesagte. Wenn der Wärmeentzug und die Temperaturdifferenz sehr groß sind, erstarren die Tröpfchen z.B. bei Wasser zu Eis und Schnee, wie in der Atmosphäre und im Wirbel zu beobachten ist. Auch dieser Prozeß kann mit den gleichen Mitteln irreversibel mit anderen Vorzeichen gestaltet werden.

Zu der großen Kondensationswärme kommt noch die beachtliche Schmelzwärme hinzu. Das Durchlaufen beider Änderungen der Aggregatzustände von gasförmig über flüssig nach fest wird als Sublimation bezeichnet. Siehe dazu Tab. 5a


Tabelle im Groß-Format anzeigen

Aus Tab. 1a bis 5a ergeben sich 5 x 11 = 55 Entropiearten, die sich noch bei der Rotation auf die Phasen gasförmig und flüssig, bei der Vibration für alle 3 Aggregatzustände, bei der Tab. 4a in gasförmig und flüssig und in Tab. 5a in flüssig und fest sinnvoll splitten lassen.

Das sind nach den ersten Einschränkungen 10 x 11 = 110 Entopiearten. Nun ist es nicht das Ziel des Verfassers, möglichst viele Entopiearten zu erfinden, sondern sowohl von der Übersicht, wie bereits vollzogen, als auch im Detail, wie noch auszutesten, daraus einerseits ein "scharfes analytisches Werkzeug" zu machen und andererseits die Beziehungen und Verknüpfungen untereinander zu ermitteln.

Um nun in die Natur des kinetischen Verhaltens von Gasen oder besser in Anlehnung an die Einstein/Gibbsche Wortprägung, vom thermodynamischen "Teilchenensemble" eindringen zu können, bedarf es eines geeigneten und, falls möglich auch anschaulichen Modells, welches einerseits geeignet ist, die richtigen, physikalisch begründeten, mathematischen Ansätze vorzunehmen, andererseits aber auch den Vorzug haben soll, die dort vorgenommenen theoretischen Annahmen und Voraussetzungen experimentell zu überprüfen, falls dies zur Überwindung von konservativen Entgegenhaltungen erforderlich sein sollte.

Dieses Modell ist durch den Ansatz der neuen kinetischen Theorie gegeben und besteht aus der Schale der "Einheitskugel" als ideale und besonders einfach zu behandelnde und einzige auch für kohärente bzw. isentrope Betrachtungen geeignete Form, in deren Zentrum eine hinreichend kleine, mit einem idealen Gas gefüllte Kugel angeordnet wird.

Diese Versuchsanordnung wird nun in verschiedener Weise genutzt:

  1. Die Wandung der Zentrumskugel wird "schlagartig" entfernt, die Geschwindigkeitsvektoren der einzelnen Gasatome werden unter der wichtigen und realen Voraussetzung einer "Wirkungsrichtung", die man, um Transformationsrechnungen zu vermeiden, zweckmäßigerweise identisch mit einer beliebigen Raumkoordinate vereinbart, mathematisch behandelt. Hierbei handelt es sich auch um den bisher so genannten "Allgemeinen Gaszustand", der nun vereinbarungsgemäß als spezieller Gaszustand bezeichnet werden muß, da der neue allgemeine Gaszustand (NAG) wortinhaltlich für das erweiterte Versuchsprogramm in der Einheitskugel benötigt wird. Bei Wahl der cx-Achse als Wirkungsrichtung und bei Zusammenfassung (quadratischen Addition) von cy und cz ergibt sich die senkrecht zu cx stehende Polarkoordinatengröße cf. Als Abszisse wird der "Raumwinkel" gewählt. Wesentlich ist dabei die durch den "Nullten Hauptsatz" gegebene Voraussetzung einer betragsmäßig einheitlichen und gleich großen, d.h. auch temperaturkinetisch ausgeglichenen Translationsgeschwindigkeit der Moleküle.
  2. Ein weiterer Versuch wird mit der Variation durchgeführt, daß zwischen der Einheitskugel und der Zentrumskugel eine Relativgeschwindigkeit vx vor der schlagartigen Entfernung der Wandung überlagert wird mit der Zusatzbedingung, daß diese Strömungsenergie wie bei der Isotherme ohne Arbeitsleistung, sprich Drossellinie, aus der Gesamtenergie des Gases stammt.
  3. Die Überlagerung eines schweren (geodätischen) oder eines trägen Potentials parallel zur cx-Achse ist eine weitere, wichtige Versuchsvariation.
  4. Um Transformationsgleichungen zu vermeiden, lassen sich durch Drehung der Kugel in die je nach Beschleunigungsrichtung und überlagerter Geschwindigkeit sich ergebende resultierende vektorielle Geschwindigkeit in die cx-Richtung beliebige Kombinationen von Pkt. 1 bis 4 auf die Lösung des Punktes 2 zurückführen.
  5. Einer Kreisbahn R, der die Zentrumskugel unterworfen wird, führt zu den allgemeinsten und universellen Aussagen des NAG, aus dem sich alle anderen Gaszustände (Versuchsanordnungen) als Sonderfälle ableiten lassen und wobei die Geschwindigkeitstangente vx in der cx-Achse zweckmäßigerweise betrachtet wird und die Entfernung der Wandung der Zentrumskugel zum jeweiligen Raum-Zeitpunkt gewählt werden kann, ebenso wie der Mittelpunkt und die Größe des Radius der rotierenden Zentrumskugel.

Gem. Punkt 4:

Die vektorielle (quadratische) Addition der komplexen Größen mit x' als Realteil und r' als Imaginärteil im Polarkoordinatensystem mit all ihren Geschwindigkeits- und Beschleunigungskomponenten wird durch Drehung der Kugel zur x-Achse (Wirkungsrichtung) bestimmt, wobei

ist.

D.h., die Einheitskugel bildet die Relativgrößen der Zentrumskugel in einem scheinbar oder tatsächlich größeren Analogbild ab, das zudem den Vorteil einer geordneten (kohärenten) "Raum - Zeit - Lupe" besitzt.

Die Willkürlichkeit der landläufigen Begriffe Ordnung und Chaos erfahren eine Bedeutungswandlung und sollten sinnvollerweise eindeutiger durch die wertfreien, neutralen Begriffe Struktur und Kohärenz (Isentropie) ersetzt werden.

Um eine verallgemeinerte Aussage zu erarbeiten, wird vorerst der spezielle (kohärente) Gaszustand gem. Pkt. 1 zum Gegenstand der Betrachtungen gemacht.

Das Modell erlaubt die statistische Betrachtung von

Das Modell erlaubt auch

Ebenso entfällt somit die bisherige behauptete Notwendigkeit der Kenntnis der Vorgeschichte eines Gasmoleküls, um exakte Voraussagen machen zu können.

Daraus ergibt sich bereits die vollständige Reversibilität, die auch mit den Gesetzen der klassischen Mechanik vollständig übereinstimmt und damit die Behauptung einer neuen Qualität der Thermodynamik nach Ansatz der Maxwell-Gaußschen Statistik diese als Verursacher dieses Fehlers erkennen läßt und beseitigt, was zu beweisen war.

Es läßt sich natürlich hier noch einwenden, daß der Beweischarakter deshalb nicht gegeben sei, weil in dem Modell lediglich geschickte Voraussetzungen gemacht wurden, welche keinen Beweischarakter besitzen in Verkennung der Tatsache, daß in den gemachten Voraussetzungen bereits Erkenntnisse aus anderen theoretischen und experimentellen Arbeiten liegen, die im Einzelnen noch in Reinschrift zu bringen sind und zu Ende geführt werden müssen.

Es ist hierbei jederzeit möglich, das zugrundeliegende Modell zu materialisieren und mit genügender Genauigkeit experimentell zu überprüfen, wobei konkrete konstruktive und zweckentsprechende Anordnungen bereits erdacht sind.

Weiterhin ist eine Gegenüberstellung der Ergebnisse der NKT und der AKT zu erstellen, da manche Ergebnisse identisch und nicht immer widersprüchlich sind.

Eine weitere theoretische Arbeit, die von dem fraglichen Ansatz einer betragsmäßigen Geschwindigkeitsverteilung einerseits, ergänzt durch die Vektorbetrachtung andererseits ausgeht, ist zur "negativen Beweisführung" nützlich und hat überdies den Vorzug, zu einer Verfeinerung der Theorie zu führen, welche Ungleichgewichtszustände einerseits und reale thermodynamische Konstanten, die meist gesicherte Abweichungen von den aus idealisierten Vorstellungen stammenden idealen Konstanten andererseits, zum Gegenstand der Molekularforschung macht.

Es ist immerhin sehr wahrscheinlich, daß bei Betrachtungen von Molekülen mit komplexerem dynamischen Verhalten, d.h. mit Freiheitsgraden, die über die rein translatorischen hinausgehen, durch Wechselwirkungen und Beeinflussungen zwischen den verschiedenen Qualitäten der Freiheitsgrade, noch viele Erkenntnisse zu gewinnen sind.

Eine grundlegend wichtige Voraussetzung ist die durch den "Nullten Hauptsatz", Fourier's Wärmeleitungssatz, gegebene Voraussetzung eines einheitlichen Geschwindigkeitsbetrages für jedes Gasatom, d.h. im Gegensatz zu den bisher gemachten Annahmen einer "aus der Statistik entstandenen, angeblich naturgesetzlichen Geschwindigkeitsschwankung", die nicht nur im Gegensatz zum Nullten Hauptsatz, sondern ebenfalls im Widerspruch zu den Grundgesetzen der Mechanik steht, da immer, unter welchen Winkeln und mit welchem Betrag auch gerechnet wird, bei der Wechselwirkung von Atomen das schnellere Atom Geschwindigkeit verliert und das langsamere an Geschwindigkeit gewinnt. Der Betrag des Impulses ist im ausgeglichenen Zustand konstant, nicht so die Richtung des Impulspfeiles im Raum. Diese muß in einer vektoriellen Betrachtung geklärt werden.

An dieser Stelle enden erst einmal die Überlegungen zu einer neuen Theorie, weil andere Prioritäten gesetzt werden mußten. Durch den Tod von W. Strauß am 11.12.1997 mußten die Hoffnungen auf eine baldige umfassende Darstellung im wahrsten Sinne des Wortes zuerst einmal beerdigt werden.

« Zurück zum Seitenanfang »

http://fluidmotor.com/motor/neubau.shtml , zuletzt geändert 01. 08. 2010

Valid XHTML 1.1 Valid CSS