Wetter-Umsturz
von Lothar Rohling
Juli 1995

[Kategorie "Fluidmotor"]   [Einleitung]   [Erster Teil]   [Zweiter Teil]   [Dritter Teil]   [Vierter Teil]   [Fünfter Teil]   [Sechster Teil]   [Siebter Teil]

Vor |>

Einleitung

Mehr als zehn Jahre ist es her, da zeigte mir ein Bekannter einen Artikel in der Zeitschrift GEO, der mich so faszinierte, daß ich mich im Lauf meines weiteren Lebens mit dem darin beschriebenen Phänomen, seinen Ursachen, Folgen und seinen grundlegenden Prinzipien immer intensiver beschäftigt habe, ohne gleich zu ahnen, wie weit kritische Betrachtungsweise reichen kann, wenn man erst einmal angefangen hat, eine Spur aufmerksam zu verfolgen.

Die Begegnung war für mich der Beginn eines neuen Denkens, denn die Physik, die ich bis dahin gelernt hatte, schien für einige Zeit ziemlich festgeschrieben - jedenfalls waren sich meine Lehrer ihrer Sache sehr sicher -, aber seit diesem Treffen gab es für mich eigentlich nicht mehr viel, was noch Bestand hatte, auch nicht die großen Theorien in der Physik. Allerdings wußte man damals auch noch wenig über so etwas neues wie Chaos. Und ich stellte fest, daß es ungeheuer schwer ist, sich Gehör zu verschaffen, wenn man "nicht aus dem richtigen Stall kommt".

Eines Tages mußte ich sogar lernen, daß einer meiner früheren Lehrer sich weigerte, ein einfaches Experiment nachzuvollziehen, was wir ihm zusammen mit Geräten, Versuchsbeschreibungen und Meßprotokollen angeboten hatten, wobei ich wieder eine neue Erkenntnis gewann, daß nämlich die Position eines Physikers mitunter maßgeblichen Einfluß auf seine wissenschaftliche Neugier hat.

Eigentlich war es nie meine Art gewesen, die Dinge immer nur von einer Seite zu sehen, denn die einfachsten haben mindestens zwei, komplexe Gebilde wie das Wetter noch mehr, wobei die psychologisch vordergründige eine eher untergeordnete Rolle spielt, bei näherer Betrachtung jedoch erstaunliche Geheimnisse offenbart.

Leider ging unsere Zeitschrift im Laufe der Jahre verloren, und es war sehr schwer, wieder eine alte Ausgabe von GEO aufzutreiben. Dafür, daß es doch noch klappte, danke ich der Gesamthochschule in Paderborn, deren Mitarbeiter nicht so arrogant waren zu behaupten, es handele sich bei GEO nicht um wissenschaftliche Literatur, wie ich es von verschiedenen anderen Seiten zu hören bekam, die die Zeitschrift daher nicht in ihrer Bibliothek führten.

Glücklich, das gute Stück als Farbkopie wieder in den Händen zu haben, habe ich mich entschlossen, den Artikel abzuschreiben (der entsprechende Text erscheint kursiv) und mit Kommentaren zu versehen, denn bei aller Erzählfreude, die der Autor in GEO walten läßt, ist der Artikel tendenziös, weil er eine Seite eines komplexen Problems bevorzugt, nämlich die der Schäden durch die beschriebenen Phänomene und die Versuche ihrer Verhinderung. Farbige Bilder unterstreichen das, was ich meine, und das Foto eines getöteten Schwarzen, auf einem Fahrzeugdach liegend, umringt von den zurückgebliebenen Fluten eines Orkans, beweist Sensationsjournalismus, der dem eigentlichen Thema eher abträglich ist.

Meine Ergänzungen und Erklärungen stellen keine Kritik im Sinne von "hätte er wissen müssen" dar, sondern beruhen auf Erkenntnissen, die ich erst sehr viel später dazugewonnen habe. Einiges davon drehte bekannte, angeblich fundierte Dinge schlicht auf den Kopf, war aber so bestechend in seiner Logik, daß ich mich seither frage, warum noch niemand vorher auf die Idee gekommen war, es einmal aus dieser Perspektive zu sehen.

Ich möchte das Thema "Meteorologischer Wirbel" von seiner sachlichen Seite betrachten. Jemand sagte einmal: "Es gibt kein schlechtes Wetter, man ist nur falsch bekleidet." Dem möchte ich hinzufügen: "Alle reden vom Wetter, es weiß nur keiner, wie es vollständig funktioniert". Wie in der Physik üblich, versucht man, für verschiedene Phänomene unterschiedliche Erklärungsmodelle heranzuziehen, fast immer mit nur mäßigem Erfolg. In der Hydro- und Thermodynamik möchte ich eine Behauptung ganz an den Anfang stellen:

"Bei allen Bewegungen von Festkörpern und Fluiden in Fluiden, d.h. festen, gasförmigen oder flüssigen im selben (soweit möglich) oder einem anderen Medium entstehen bei ausreichender Differenzgeschwindigkeit grundsätzlich Wirbel, die mechanische Arbeit verrichten können. Eine laminare Strömung kann nur als Grenzfall für sehr kleine Differenzgeschwindigkeiten über einen kleinen Zeitraum angesehen werden."

Man denke nur an kreisende Blätter an der Hausecke im Herbstwind (Luft bewegt sich in Luft), an die Regenschleppen auf der Straße hinter einem schnell fahrenden Auto (Festkörper durch feuchte Luft), den Wasserwirbel, der sich beim Ablassen von Wasser bildet usw.

In der einschlägigen Literatur findet sich eine Fülle an Material über das Verhalten und die Eigenschaften von Wirbeln. Die begleitende Mathematik erscheint dabei immer recht kompliziert. Ehrlich gesagt und bedauerlicherweise war ich nie ein Freund komplexer mathematischer Abhandlungen, aber der Umgang mit dem Phänomen Wirbel hat mich gelehrt, daß sie zum Verständnis dieser Vorgänge schlicht dazugehören. Außerdem vereinfachen sie die Beweislage. Trotzdem lasse ich in diesem Aufsatz die Mathematik außen vor, was mir und dem Leser die Arbeit vereinfacht. Bereits der GEO-Autor faßt so viele Wirbel-Erscheinungen in seinem Bericht zusammen, die im Prinzip mathematisch untersucht werden müßten, daß es Grundlage für eine weitere Veröffentlichung wäre.

Für mich ist ein meteorologischer Wirbel (MW) ein kontinuierlich arbeitender Gasmotor ohne mechanische Bauteile. Er wird (wie auch immer) angelassen, leistet auf seinem unkontrollierten Weg mechanische Arbeit und schaltet ab, wenn die Bedingungen für seine Existenz entfallen, kurz, er ist eine ideale Maschine. Außerdem produziert und transportiert er reines Wasser.

Der GEO-Autor widmet diesem positiven Gesichtspunkt in seinem Aufsatz drei kleine Absätze - ganz am Schluß. Grund genug, diesem Gesichtspunkt mehr Aufmerksamkeit zu widmen, dem Phänomen an sich seinen drohenden Charakter zu nehmen und zu schauen, welchen weiteren Nutzen man ihm, wenn auch nicht in seiner ursprünglichen Größe, so doch vielleicht in einer geeigneten Imitation (Laborversion) abgewinnen kann.

Vor |>

[Kategorie "Fluidmotor"]   [Einleitung]   [Erster Teil]   [Zweiter Teil]   [Dritter Teil]   [Vierter Teil]   [Fünfter Teil]   [Sechster Teil]   [Siebter Teil]


http://fluidmotor.com/motor/peitsche.shtml , zuletzt geändert 01. 08. 2010

Valid XHTML 1.1 Valid CSS